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Alterssuizid in Deutschland | Aspekte der menschlichen Entwicklung in der zweiten Lebenshälfte: Entwicklungskrisen, Entwicklungsaufgaben und Entwicklungsthemen | Das Altersbild in Tolstoj’s Werk * Krieg und Frieden – ein Versuch | Ethik, Aggressionen und Gewalt in der Pflege und Betreuung älterer Menschen | Sinnerfahrungen, Sinngebung, Lebenssinn: | Spätwerke von Komponisten | Sterben, Tod und Trauer | Über den Alltag im Alter | Wohnen und Wohnerleben |

   

Alterssuizid in Deutschland

R. Schmitz-Scherzer
 

1. Einleitung

Der Gerontologe findet bei dem Studium des Alterssuizids zwar eine umfangreiche Literatur zur allgemeineren Problematik des Suizids, jedoch nur wenig einschlägige Untersuchungen speziell zum Alterssuizid. Ohne dieses Faktum näher zu untersuchen, sei dennoch am Rande vermerkt, dass sich in diesem Befund nicht nur die relativ kurze Geschichte der Gerontologie in Deutschland widerspiegelt, sondern auch das geringe gesellschaftliche Interesse an Fragen des Alters überhaupt und erst recht an spezifischen Problemen alter Menschen (Wiendick 1973).

Die Suizidgefährdung steigt im Alter dramatisch an. Alle diesbezüglichen Untersuchungen zeigen dies, sodass man hier von dem sichersten Ergebnis der Suizidforschung überhaupt sprechen kann.

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Alterssuizid in Deutschland

 
 
   

Aspekte der menschlichen Entwicklung in der zweiten Lebenshälfte: Entwicklungskrisen, Entwicklungsaufgaben und Entwicklungsthemen

 
 
   

Das Altersbild in Tolstoj’s Werk * Krieg und Frieden – ein Versuch

Reinhard Schmitz-Scherzer & Rasvan Lalu

 

Leben, konkretes Leben zeichnet ungleich differenziertere und variantenreichere Bilder vom menschlichen Altern als es die Gerontologie mit ihren wissenschaftlichen Methoden vermag. Die Vernachlässigung der Beschreibung von Alternsprozessen in der Gerontologie und die heute feststellbare Abwesenheit der Phänomenologie in vielen Wissenschaften überhaupt, verursachen eine unverhältnismäßige Wertschätzung der Analyse als oft einzigem erkenntnisgenerierenden wissenschaftlichen Zugang zu den zu untersuchenden Phänomenen.

So wird nicht selten in der Gerontologie analysiert, was zuvor nicht beschrieben wurde. Dies ist auch u. a. einer der Gründe für die z. T. erheblichen Schwierigkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übersetzen. Oft muss bei solchen Versuchen aus den Analyseergebnissen die Praxis rückerschlossen werden. Dass dies nur in Massen gelingen kann, liegt auf der Hand.

Es lässt sich vermuten, dass die Belletristik dagegen sehr konkrete Beschreibungen des menschlichen Alterns liefern könnte. Literarische Werke spiegeln nicht nur die Sicht- und Verhaltensweisen einer Epoche wider, sie konstruieren Konventionen, gestalten Wahrnehmungsmuster und schaffen oder beziehen sich auf archetypische Strukturen, die dann die Welt beeinflussen und verändern können. Daher stellt der Ansatz, schöngeistige Literatur nach Alter(n)sbildern zu hinterfragen, einen wichtigen Zugang der Alternsforschung dar.

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Ethik, Aggressionen und Gewalt in der Pflege und Betreuung älterer Menschen

R. Schmitz - Scherzer

 

Einleitung

Obwohl im menschlichen Verhalten Aggression und Gewalt immer und zu jeder Zeit eine Rolle gespielt haben, ist das Auftreten von Gewalt eines der grossen Themen unseres Jahrhunderts. Zwar gibt es schon seit vielen Jahrhunderten Ideen und Ideale der Gewaltlosigkeit in Religionen und Philosophien und in den letzten 250 Jahren haben sich demokratische Grundideen und mit ihnen - wenn auch später einsetzend - ein Kodex von Menschenrechten in alle Welt ausgebreitet, doch gleichzeitig gab es immer und gibt es weiter Gewalt und Terrorismus. Dies war in der Geschichte der Menschen immer so. Sowohl im Verhältnis zwischen den Generationen, als auch in den Beziehungen der Menschen untereinander und der Völker miteinander war auch stets Gewalt beobachtbar. Vielleicht ist dies heute noch in erheblich grösserem Ausmass als je zuvor in der Geschichte der Menschheit der Fall. Das 20. Jahrhundert war schliesslich auch das Jahrhundert der grossen Kriege mit Millionen von Opfern.

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Sinnerfahrungen, Sinngebung, Lebenssinn:

ein Versuch aus sozialgerontologischer Perspektive

R. Schmitz-Scherzer

 

1. Vorbemerkung

Ein schwieriges Thema. Entsprechend den Erfahrungen und Kenntnissen des Autors wird immer die gerontologische Sichtweise im Vordergrund stehen. Weder philosophische noch anthropologische sind angezielt.

2. Stimmigkeit und Sinn

 Wenn alte Menschen ihre Lebensgeschichte erzählen, dann berichten sie von Ereignissen, Aktivitäten und Leistungen, von Betroffenheiten, Krisen und Glück. Nicht erzählen sie von Zeitspannen, in denen nichts geschah, in denen nichts "Besonderes" zu vermerken war. So folgen ihre autobiographischen Berichte den Erzählschemata der biographischen und historischen Schilderungen. Auch diese beziehen sich auf "Ereignisse" sozusagen als Fixpunkte bei ihrem Versuch, die Ströme der Zeit in ihrem Leben zu kartieren. Interpretationen und Bedeutungen dieser Fixpunkte aber lassen vermuten, dass sich diese in den "ereignislosen" Zeiten vorbereitet und "entwickelt" haben.

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Sinnerfahrungen, Sinngebung, Lebenssinn

 
 
   

Spätwerke von Komponisten

Ein gereontologischer Versuch

R. Schmitz-Scherzer

O Tonkunst
bist du das Abendwehen
aus diesem Leben?
Oder die Morgenluft aus jenem?

Jean Paul

 

1. Einleitung

 Joachim-Ernst Behrend legte 1993 ein Buch mit dem Titel "Hinübergehen" und dem Untertitel: "Das Wunder des Spätwerks" vor. Diesem ist das Motto der hier vorgelegten Arbeit von Jean Paul entnommen und aus der Lektüre dieses Buches stammt auch die Anregung für den hier vorgestellten Versuch. Behrend verweist auf das "Gemeinsame" der Spätwerke vieler Komponisten. Zudem macht er darauf aufmerksam, dass viele Komponisten relativ jung gestorben sind, ihre " Spätwerke " also wie Mozart und Schubert in jüngerem Alter erarbeitet und geschrieben haben.

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Sterben, Tod und Trauer

R. Schmitz-Scherzer

 

Allgemeine Einführung

Nach einer kurzen Skizze der derzeitigen Kritik an der Pflege und dem Umgang mit Sterbenden insbesondere in Kliniken, Pflegeheimen und vergleichbaren Einrichtungen wird erläutert, warum heute die Definition des Todes als Herztod von der des Hirntodes abgelöst wurde.

Danach werden religiöse, philosophische und gesellschaftliche Aspekte des Sterbens und des Todes ausgeführt. Bedeutsam sind in diesem Zusammenhang Fragen nach dem Sinn des Lebens und damit auch nach dem des Sterbens und des Todes.

Auch im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung des Menschen finden wir zu unterschiedlichen Zeiten sehr verschiedene Formen des Umgangs und der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod. So gehörten das Sterben und der Tod zu den Alltagserfahrungen der Menschen, die in früheren Zeiten lebten. Erst nach und nach wurden die meisten der Sterbenden nicht mehr zu Hause von Familienmitgliedern gepflegt, sondern zumeist in Institutionen wie Kliniken und Pflegeheimen medizinisch versorgt und von professionellem Personal gepflegt.

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Sterben, Tod und Trauer

 
 
   

Über den Alltag im Alter

R. Schmitz-Scherzer
 

1. Vom Begriff des Alltags oder von einer klaren Definition zu einer konturlosen Sammelkategorie

 Der Alltag ist kein besonderer, kein bestimmter Tag wie z. B. ein Feiertag oder ein Trauertag. Eher bezeichnet Alltag dem alltagssprachlichen Wortsinn (von "alle Tage") folgend etwas, was alle oder doch zumindest die meisten Tage gemeinsam haben. Dies macht das im 17. Jahrhundert aufkommende Wort der "Alltagskleider" deutlich: es waren Kleider für alle Tage, also für die Tage, die nicht als Festtage oder durch besondere Ereignisse aus dem Fluss des Alltags, dem Strom aller (anderen) Tage, herausgehoben waren.

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Wohnen und Wohnerleben

R. Schmitz-Scherzer

 

1. Der Mensch als "wohnendes" Wesen in seiner geschichtlichen Entwicklung

Es ist bei der Durchsicht der Literatur zum Thema "Wohnen" auffallend, dass geschichtliche Aspekte nur selten thematisiert werden. Es ist hier aber nicht der Ort über die Gründe, die zu dieser Vernachlässigung führen, nachzudenken, doch soll dieses Manko insofern Berücksichtigung finden, als dass zumindest in der vorliegenden Arbeit einleitend einige skizzenhafte Bemerkungen zur Geschichte des Wohnens gemacht werden.

Wenn Heidegger den Menschen als Wohnenden definiert (zitiert nach Bollnow 1994, S.125) dann weist er auf die Tatsache hin, dass Menschen in Ihrer Entwicklung immer schon Wohnende waren. Wir können weit in die Zeit zurückgehen, ja bis zu den Frühmenschen, stets finden sich neben Belegen für Waffen, Geräte, Speisen und Rituale auch solche, die über das Wohnen jener Menschen Aussagen zulassen. Wohnen als Schutz vor einer schädigenden oder feindlichen Umwelt ist freilich auch im Tierreich bekannt, wo etwa die meisten Vögel ihre Jungen in sehr verschieden angelegten Nestern aufziehen, wo viele Säugetiere ihre Nachkommen in Höhlen und anderen Verstecken versorgen und auch Insekten zu den selben Zwecken z. T. sehr kunstvolle Bauten errichten. Als Ort mehr oder minder permanenten Lebens ist die Wohnung jedoch nur dem Menschen eigen.

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Wohnen und Wohnerleben